Montag, 24. August 2009

Teil 2

Wir werden in Moers bei B. untergebracht, die stolze Muti von unserem Bräutigam K.
Die Italiener sind vor uns angekommen, auch die Eltern der Braut sind hier
beherbergt. Das Haus B. wird zum unseren ersten Hochburg in Moers. Hier wird die
wichtigen Entscheidungen getroffen und wichtige Befehle erteilt. Nach einer kurze Begrüßung und Bekanntmachung mache ich mir ein Bild von der Räumlichkeit und Lage des Hauses. Das Haus ist geräumig und bietet viel Platz. Es erinnert an Elternhaus im Iran. Nur im Iran ist die Küche viermal so groß und das Arbeitszimmer und die Bibliothek fünf mals so klein. Während ich die Räumlichkeit den Schnitt des Hauses in Visier nehme fällt mir als erstes ein, dass man hier gut Verstecken spielen kann. Insbesondere kann man hier die Weihnachtsgeschenke gut verstecken ohne zu befürchten, dass jemand sie entdecken würde, aber man läuft die Gefahr die versteckten Geschenke selber nicht mehr finden zu können.
Als nächstes versuche ich meine Gastgeberin zu analysieren. Die Lady in red hat alle Gründe Happy zu sein. Sie ist ein besonders guter Organisator, ein scharfsinniger Beobachter und ich kann mir gut vorstellen, dass auch sie sich gerade damit beschäftigt mich zu analysieren. Aber sie hat alle Hände voll und mit sovielen Gästen kann sie sich nicht auf mich konzentrieren. Ich bin in Vorteil.
Es gefällt mir, dass sie so meisterhaft alles im Griff hat. Sie gehört zu den solchen Frauen, die jeder Situation gewachsen sind und von denen man viel lernen kann, vor allem aber ist sie schlau, da ist Vorsicht geboten.
Ich bin mit meier Analyse noch nicht fertig, da merkte ich, dass P. und B. sich schon angefreundet haben und streiten sich wie alte Kumpels.

Der Tag beginnt mit den Schritten Bs. Sie ist immer die erste, die aufsteht und sich sehen lässt. Und als ich sie anschaue, wie sie sich Richtung Küche bewegt, weiß ich, dass der Tag beginnt. Erst dann wage ich mich zu bewegen, aufstehen, und auch ein bisschen laut werden. „ Guten Morgen B ! ,gut geschlafen?“ um zu zeigen, dass ich auch wach bin. Und mehr fällt mir nicht ein. Sie grüßt mich zurück, so nett und so fröhlich mit einem Lächeln, dass seit ich sie gesehen habe an ihrem Gesicht haftet. Ich bleibe sitzen und beobachte sie, während sie sich auf die Arbeit macht. Mit Pedanterie und Spinneneifer räumt sie die Küche auf. Sie nimmt die Tellern und die Tassen und steckt sie in die Spülmaschine, macht alles sauber, holt neue Tablette und stellt neue Tassen und Tellern darauf, Kocht Tee und setzt Kaffe auf und stellt die Kannen mit heißen Getränken auf den Tisch. Wicht alle Flächen nochmal ab, obwohl überall schon sauber ist.
„ kann ich irgendwie helfen?“ frage ich nach dem sie alles erledigt hat und nichts mehr zu tun gibt als zu frühstucken.

B. hat ein Geheimnis . Als ich den Raum betrat hatte ich ein seltsames Gefühl. Ich fühlte mich von einer unbekannten Kraft angezogen, und ich ließ mich widerstandslos in ihren Bann schlagen, ich wurde aufgeregt und verwirrt, aber es tat mir furchtbar gut. Ich wurde unruhig. Ich fand keine Ruhe bis ich endlich die Quelle dieser Kraft entdeckte. Ich bemerkte auf einmal eine Zauberplatte an einer Ecke, vorsorglich bedeckt und behütet. Die Platte war zwar bedeckt aber ich konnte sehen, dass sie mir so liebvoll zulächelte. Ich wusste, dass es meine Nähe suchte und es wusste, dass ich seine. Das Geheimnis war jedoch heilig. Und eine noch heiligere Aufseherin passte auf sie auf. Mein erster Versuch daranzukommen misslang. Die von Göttern Beauftragte ließ mich wissen, die Zeit dazu noch nicht reif sei. Sie wollte das Geheimnis noch lange nicht preisgeben. Sie wüsste selbe nicht genau was es war und brannte zwar danach es zu erfahren. Ich merkte, dass sie mich nicht verletzen wollte aber sie folgte nur den Befehl Gottes und verlangte von mir das ,was ich schon nicht hatte: Geduld.
Sie verbat es mich streng irgendetwas zu unternehmen und forderte auf, dass ich mich zurück halten sollte.
Ich begriff wie die Sache ernst war aber jemand in mir wollte davon nichts wissen.
- „Keine darf es anfassen.“ Wiederholte sie mehrmals.
- „Was macht man damit? … wozu sollte es gut sein?“
- „… das erfahren Sie später! Warten Sie bis Morgen, dann erfahren Sie es.“
- „.. ich bin nur neugierig, nichts mehr.“
- „Kommen Sie auf den Tisch… Tee ist fertig… was kann ich dir anbieten?“
Ich guckte erwartungsvoll in die verbotene Richtung und wies auf die Platte hin.
- Ich habe gedacht,… vielleicht können wir herausfinden was unter der Decke versteckt ist.
- „Tut mir leid junger Man. Nur nicht das.“

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N. und K. geben sich das JA Wort. Ich kenne kein einfacheres und schöneres Wort. Das Ja Wort sagt alles. Das ist der Ausdruck, dessen was man nicht mit Worten oder Sätzen ausdrucken kann. Ja ich bleibe bei dir in guten wie in schlechten Zeiten. Ja ich bin immer für dich da. Ich stehe auf deine Seite auch wenn es dir beschießen geht .Ich halte fest deine Hand und lasse dich nicht fallen, wenn es dir mal nicht gut geht. Ja ich will mit dir durch dick und dünn gehen auch dann, wenn kein einziges Haar auf deinen Kopf wächst. Ja ich will mit dir zusammen sein auch in Falle einer dramatischen Gewichtszunahme. Ja ich will einfach mit dir weinen und lachen und auch verrückte Sachen machen. Das Ja bezeichnet eine Wille und wo eine Wille ist auch ein Weg.


Im Standesamt am Burgplatz geben sie sich schließlich das Ja Wort und ihre Ehe wird registriert. Als die beiden ihre Ja Wort ausgesprochen haben, wiederholte ich bei mir stumm „ JA“. Ich gebe euch auch mein JA Wort, meine Zustimmung und meine Begeisterung, „JA“ zu dem Leben, das zu euch gehört. „JA“ zu der Zukunft, die auf euch wartet. Und ich wünsche Euch ein langes gelungenes Zusammenleben. Ich wünsche euch was ihr euch wünscht. Ich wünsche Euch einfach die Besten. Und ich wünsche allen jungen Menschen eine bunte Welt voller Schönheit, insbesondere wünsche ich den jungen Menschen in meiner Heimat, die momentan so mutig für ihre Grundrechte kämpfen, die auf die Straßen kommen und unter großen Gefahren demonstrieren, eine bessere Zukunft.
Eine Zukunft ohne Gewalt, ohne Repression und ohne Unterdrückung. Eine Zukunft, die sie wirklich verdienen, eine Zukunft in Frieden und Freiheit. Ich wünsche allen Menschen eine heile Welt, eine Welt, in der es niemanden gibt, der die andren auf die Straße verprügelt und erschießt, eine Welt ohne Gefängnis und ohne Folter. Ich wünsche mir kein Paradies und keine Engel, ich wünsche mir eine Erde voller Menschen, die an sich glauben und nicht an Götter.
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Es gab einmal einen kleinen Jungen.
Der Junge und seine Mutter saßen nebeneinender und unterhalten sich. Der Junge war äußerst neugierig, wollte alles wissen und stellte seiner Mutter immer wieder neue Fragen. Der Junge hieß K. und die Mutter B.
Dann frage der Sohn seine Mutter, sag mal Mami, was ist eigentlich Glück?
Die Mutter war nun bisschen überfordert, holte tief Luft, fuhr sich durch die haare
- Man ist glücklich, wenn man ein großes Herz hat, ein Herz voller Liebe, wenn man gute Freunde hat, die sich gegenseitig Freude spenden. Man darf sich glücklich wissen, wenn man von einem Lächeln erwärmt wird… so einfach ist es meine Liener
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Jahre später, als das kleine Kind ein junger Man war fragte ihn seine N.: sag mal K., was ist überhaupt das Glück??
K. wusste schon die Antwort, zögerte keine Sekunde.
- Gib mir deine Hand, und ich bin glücklich … so einfach ist es meine Liebe.

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ENDE

Dienstag, 28. Juli 2009

**** Aus meinem Tagebuch ****

******** 3 Tage in Moers ********


Teil 1

Das Abenteuer fängt an. Das Schicksal führt mich nach Moers. Vor der Reise nehme ich die Landkarte in die Hand und finde einen kleinen Punkt versteckt zwischen vielen anderen Punkten, ich mache ihn dick, fahre ein paar mal mit Bleistift darüber und zeichne ein Kreuz daneben. Es sieht nicht so kompliziert aus. Man nimmt die A3 nach Köln, nach Düsseldorf auf A40 Richtung West und nach einer kurzen Fahrt auf A40 ist man fast da, fast.
Ich nehme zwei Anzüge mit. Der eine passt genau. Der zweite ist ein Nr. großer, sicherheitshalber. Letztes Mal, wo ich auf einer Hochzeit war, nahm ich zu und konnte meinen Anzug nur schwer tragen. Nicht, dass ich zu viel gegessen hatte, ich nahm damals vor Freude zu und konnte schon ahnen, dass diesmal in diesem kleinem Punkt auf der Landkarte, der nicht mehr so klein war, die Zunahme grösser sein würde.
Ich hatte alles eingepackt und in den Kofferraum gebracht, war bereit mit meinen 3 Mitfahrern aufzubrechen als das Telefon in der letzten Sekunde klingelte und die Stimme aus dem anderen Ende der Leitung befahl mich vor der Fahrt einige Kleinigkeiten zu erledigen. Ich sollte in die Stadt fahren. Die Köchin brauchte spezielle Gewürze, vier verschiedene Soßen, drei Packungen von Zutaten, die ich nicht kannte, zwei Gemüsewurzeln, die nur im Süd Indien wachsen und eine Wildpflanze, die nur in dem Gebirge von Kazeroun zu finden sind. Und es versteht sich, dass alles vom Feinsten sein sollte, sonst wäre die Köchin sauer und würde es unangenehm für mich. Ab diesem ersten Telefonat überlegte ich eine Weile, ob es nicht vernünftiger wäre auf diese Reise zu verzichten. Ich hatte noch keinen Entschluss gefasst, da klingelte es wieder. Es folgten die nächsten Bestellungen und die nächsten Befehle. Diesmal sollte ich nach Frankfurt fahren, in ein persisches Restaurant und von dort einen Gasherd und einen Topf holen. Es wurde mir gesagt der Herd sei quadratisch von 50 cm und der Topf habe einen Durchmesser von ebenso 50 cm. Nach den Erledigungen führe ich nach Frankfurt um die bestellten Geräte abzuholen. Ich wusste nicht, dass 50 cm wirklich 50 cm ist. Ich hatte gedacht, dass 50 cm konnte höchstens 30 cm sein! So dass der Topf im Auto reinpassen konnte. Aber 50 cm war diesmal genau 50 cm. Wieder bekam ich Lust nach Wiesbaden zurück zu fahren. Am Ende fand das Präsidium in Moers ein Kompromiss. Die Mannschaft in Moers gab sich zufrieden, dass wir nur den Topf mit bringen würden. Das war eine Erleichterung und wir empfanden es immerhin als einen Sieg für unsere Mannschaft, obwohl keiner Ehrenhafte. Die iranische Küche schmeckt gut und hat logischerweise ihren Preis. Ob die Preise überhaupt stimmen ist eine andere Frage.


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- Sie fahren die Ausfahrt „Moers“ raus, dann fahren Sie Richtung Krefeld, nach ca. 2 Km sind Sie in Moers ….
- Moment mal … wir wollen nach Moers … und wenn wir Richtung Krefeld fahren kommen wir in Moers an … sollen wir nicht einfach geradeaus nach Moers fahren?
- Das ist der Punkt. Man soll nicht immer geradeaus schauen. Es gibt auch rechts, links, oben und unten. Es gibt viele Richtungen im Leben.
Es war aber zu spät, wir waren Richtung Moren gefahren und waren schon mitten in der Stadt.
Vorhin hatte ich mit dem Fahrer heftig diskutiert und wir waren so gefahren wie ich gesagt hatte.
Es war leider falsch, und wir irrten wie eine herrenlose Seele durch die wenigen Straßen von Moers. Der Fahrer war so wütend, dass er mich hätte rauswerfen können. Er schaute mich skeptisch an:
- Und was haben die gesagt? Bist du jetzt schlauer?
- Weiß ich nicht. Die haben nur gesagt, dass es im Leben viele Richtungen gibt.

Ich rief nochmal an und verlangte diesmal einen kompetenten Verkehrsberater. Die Expertin am Telefon fragte zuerst, wo wir uns befanden, überlegte eine Weile und legte los.
- Fahren Sie einfach geradeaus, nach ca. 2 Km erreichen Sie eine Kreuzung. Auf der rechten Seite sehen Sie ein altes Gebäude. Es sieht wie eine Kaserne aus aber es ist eine Schule.
- Es war zwar eine Kaserne und wurde im letzten Jahrhundert von den Niederländern gebaut.
Eines Tages wurde das Gebäude in Brand gesetzt und zum größten Teil zerstört. Lange Zeit stand es leer. Jahrzehnte später wurde es renoviert und in ein Hotel umgebaut, nach einer Wirtschaftkrise machte der Betreiber pleite und verkaufte es an die Stadt.
Die Stadt baute das Gebäude aus und modernisierte es. Nach den Modernisierungsmassnahmen …
„Danke schön, ich weiß jetzt Bescheid.“ Sagte ich und schaltete das Handy aus.
Der Fahrer merkte, dass ich unschlüssig war, wollte nicht mehr von mir und den Herrschaften in Moers hören. Er rief nach Wiesbaden an und liess sich über Internet lotsen. Nach einigen Minuten fand ich die Orientierung auf der Landkarte und wollte ihm den Weg zeigen. Es nutzte aber nichts. Der Fahrer gab mir eine Minute Waffenruhe bevor er wieder zum Angriff überging. Wenn er aufgebracht ist kannn man nicht mit ihm diskutieren, und wenn er nicht aufgebracht ist auch. Er ist der einzige, gegen den ich mich niemals durchsetzen kann. Am Ende gewann die neue Technologie und ich musste mich geschlagen geben und blieb stumm um den Frieden aufrechtzuerhalten.

Die Fahrt nach Moers war eine Expedition. Ich sah einige meine Verwandte zum ersten Mal.
Vielen von anderen begegnete ich nach einer langen Zeit und ich zitterte als mir bewusst wurde wie schnell die Zeit dahin fliegt. Ich machte während dieser Zeit große Entdeckungen. Am erfreulichsten entdeckte ich A wieder. und A. Es war eine unendliche Vergnügung die heranwachsende so fröhlich tanzen und spielen anzuschauen. Und ich war es zufrieden Teil dieser fröhlichen Gemeinschaft zu sein und mich glücklich zu wissen. Ich entdeckte neue Freunde und gewann neue Verwandte und vielleicht würde es mir eines Tages gelingen mich selbst zu entdecken.


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Montag, 1. Juni 2009

******** Europawahl 2009 ********

Europa, Europa! … ein Pilgerziel irgendwo in Straßburg oder Brüssel. Ein Trauminsel, so komisch nah und so traurig fern. Eine verbotene Stadt, so geheimnisvoll und so fremd, dass sie gar nicht so nah sein darf wie Straßburg oder Brüssel.
Europa, Europa! Wo bist du? Wer weiß schon wo du bist. Vielleicht irgendwo am Südpol oder Nordpol, oder an einer fernen Ecke im Indischen Ozean, Sansibar oder so!
Ich weiß nicht wo du bist Europa! Und wo du liegst. Aber ich habe gute Gründe an der Europawahl Teil zu nehmen. Alle Güte kommt von Europa. Die Straßen von Wiesbaden sind alle von Europa, die Schulen und Volkshochschulen, die Schwimmbäder und das Wasser im Rhein, die Caritas und der Wein in meinem Glas. Europa hat viel mit seinen Bürgern zu tun, auch wenn einige wenige hundert Millionen Europäer irrtümlich nicht mit ihm zu tun zu haben möchten. Es gibt jedoch genug Gründe an der Europawahl teilzunehmen.
Erstens, Europa liegt in Straßburg. Und Straßburg ist nicht nur irgendein Burg, Straßburg ist ein Hochburg. Da sitzen die genialen Köpfe. Da wird die wichtigsten Entscheidungen getroffen, was man machen oder lieber lassen, was man denken oder lieber nicht denken muss.
Da werden die Grenzwerte gesetzt, und die Grenze des Lebens in Europa.
Europa, Europa! … der Kontinent der grenzenlosen Gerechtigkeit, grenzenlosen Sicherheit, grenzenlosen Freiheit. Und in Straßburg werden immer neue Grenzwerte gesetzt.
Europa, Europa! Der Kontinent der Geduld, Toleranz, des Friedens und glücklichen Zusammenlebens. Der einzige Kontinent, in dem sich die Deutschen und Franzosen seit 60 Jahren tolerieren.
Europa, Europa! der Kontinent der Gleichberechtigung, der Menschenrechte. Der Kontinent, in dem auch die Würde der Schweine unantastbar ist. Die Wiege des Rechts, der Demokratie und Freiheit. Und Freiheit und Demokratie wird auch in Afghanistan verteidigt.
Europa, Europa! der Kontinent der Vielfalt, Bier und Bratwurst oder Rindwurst: ‚ Deine Entscheidung’.
Zweitens, Brüssel ist Europa. Brüssel ist der zweite Grund. Falls Straßburg nicht genug überzeugend wirkt, soll Brüssel das tun. Während in Straßburg Grenzwerte für Dimensionen von Döner Kebab festgelegt wird, wird in Brüssel die Grenze Europas erweitert. Eigentlich kennt Europa keine Grenze. Mit einer raschen Dynamik dehnt es sich aus. Man muss nur europareif sein und eins mal eins des ‚ Maastrichter Vertrag’ erfüllen. Europa nimmt alle auf, alle, die sich an den Normen von Döner Kebab halten. Vom Norden bis Süden, vom Osten bis Westen ist alles Europa, einschließlich Burkina Faso.
Schade, dass die Irländer noch nicht europareif sind und ebenso die Franzosen, und die Niederländer auch. Manchmal weiß Europa selbst nicht wo Europa liegt. Gehört die Türkei zu Europa oder sind die Türken wie Franzosen, Niederländer und Irländer noch nicht europatauglich. Angeblich hat die Türkei die Anförderungen des ‚ Genormte- Döner’ noch nicht erfüllt.
Und wer weiß, vielleicht eines Tages würde auch Sansibar ein Mitglied der europäischen Union sein. Dann ist man auch in Indischen Ozean zu Hause. Darum gehe ich wählen.
Drittens, ich gehe wählen, weil es Sansibar gibt. Sansibar oder der letzte Grund.


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Donnerstag, 8. Januar 2009

Neues Jahr

Es ist wieder weg, das alte Jahr, in dem ich vieles vorgenommen hatte. Es war gar nicht so alt, könnte sich eigentlich noch eine schöne weile aufhalten.
Aber es ist jetzt weg. Es ist weggegangen ohne sich zu verabschieden. Und ich stehe wieder unschlüssig mit all meinen Vorsätzen und Plänen, die ich mir versprochen hatte und keine davon verwirklichen könnte. Ich hatte eine lange Zeit meine Beschlüsse vergessen. Sie waren einfach verloren gegangen. In Chaos meines Lebens waren sie verschwunden. Ich war gerade dabei alles nachzuholen. Ich war auf der Suche, die verlorenen zu finden und neu zu ordnen. Als ich mein Jahresprogremm endlich fand, war das Jahr nicht mehr da. Es ging so überraschend wie es angekommen war. Es kam unangemeldet, zu früh und unerwartet. Ich hatte keine Lust auf neues Jahr. Ich hätte gerne das alte noch bei mir beibehalten können. Mit dem Alten war ich noch nicht fertig. Ich hatte noch Rechnungen offen, die ausgeglichen werden sollen. Diese stecken vergeblich in meiner Tasche. Genauso wie die von den letzten Jahren und Jahren davor. Das Jahr kam plötzlich und war wie immer kalt, machte sich lustig und wusste von nichts Bescheid. Als es wegging war es noch kälter. Und wenn ich an dieses verlorene Jahr nach denke, kann ich leicht erfrieren.
Das alte Jahr war ein halbes Jahr. Die Hälfte von diesem Halbjahr hatte kein Zeitgefühl, stand außerhalb meinem Rahmen und ich könnte damit nicht anfangen. Sie zeigte sich nicht und blieb hinter der anderen Hälfte versteckt. So hatte ich nur Vierteljahr zu Verfügung.
Und doch war ich damit gut bedient. Ich brauche nicht viel Zeit. Ich habe immer die Befürchtung mich in die Zeit verlieren zu müssen. Ich komme mit ihr nicht so gut zu recht, ich bleibe oft im Rückstand und werde dafür bestraft. Ich habe das Gefühl, dass jemand in mir vom neuen Jahr weg läuft und versucht vor allen und alles zu fliehen. Aber ich weiß nicht wohin und so bleibe ich immer in der Zeit hin. Und ich glaube nicht an die Relativität der Zeit. Sie ist gar nicht relativ. Sie ist absolut und ich glaube ehe an die Autorität der Zeit. Sie ist fürchterlich absolut. Sie nimmt alles ins Anspruch. Nimmt mir meinen Platz weg und drückt mich an die Wand. Sie ist gierig, will alles haben und oft weiß selbst nicht was sie alles will. Sie ist launisch, einmal kalt und einmal warm, heute hell und morgen dunkel, mal bunt und mal farblos, mal so mal so. Ein Kompromiss kennt sie nicht. Ihre Willen wird durchgesetzt und ihre Wörter gelten wie die einzige und vollkommene Wahrheit. Sie hat immer Recht und macht ihre Rechte geltend.
Sie besetzt jeden und keiner kann sie im Besitz nehmen. Und ich hasse die Zeit, weil ich ihr so machtlos ausgelietert bin .... Ich hatte ein Vierteljahr Zeit um ein ganzes Jahr älter zu werden.


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Das vergangene Jahr war nichts anders als seine Vorgänger. Mit ihm wiederholten sich die Hoffnungen der letzten Jahren, die wieder Mal scheitern sollen. Sie werden mit jedem neuen Jahr neu geboren um kurz darauf wieder zu sterben. Bis wir endlich lernen unsere Hoffnungen aufzugeben. Wenn wir überhaupt noch etwas lernen können. So lange wir auf eine bessere Welt hoffen, wird alles schlimmer.
Das alte Jahr war auch ein Jahr voller Korruption, Skandal, Lüge und Verbrechen. Wieder wurde der Welt das Brot geklaut und als dann nichts mehr zu klauen gab, herrschte eine Krise. Und die hungrige Welt sollte sich zusammenbeißen damit sich die Götter nicht schämen sollen. Und die Grunderfahrung, dass sich die Zeit nicht relativieren lässt, wurde nochmal bestätigt! Aber die große Philosophen wollen davon nichts wissen.
Und es wurde wieder Kinder geboren und Kinder ermordet. Weil einfach dazu gehört, dass Frauen Kinder auf die Welt bringen sollen, damit die Kinderhilfswerke weiter helfen können. Und es wurden Kinder ermordet oder eingesperrt oder verwahrlost, weil sie manchmal frech sind und falsche Töne raus geben und falsche Töne sind streng verboten.
Und es wurde geheiratet und geschieden, gekämpft, gewonnen und verloren.
Es war von alles etwas darin und doch war es leer. Es war leer wie der Himmel über mir, der sich immer weiter von mir entfernt und kleiner und kleiner wird. Darin sieht man nichts. Eine unendliche Leere, ohne Aussicht, ohne Prespektiv und kann kein Leben spenden. Und als ich meinen Blick vom Himmel auf die Erde wandelte, fuhr gerade ein Bus die Haltestelle an und ich musste mich beeilen wie viele andere. Und ich wusste, dass einen Grund zum Leben gibt es dennoch.

Samstag, 13. Dezember 2008

Hören, Vergessen und Amazone

Mit der Soße schmeckt alles besser. Theoretisch kann man alles essen. Man kann sogar tödliches Gift essen, zuerst soll man allerdings die richtige Soße dazu finden. Somit lässt sich alles schmecken und daher schmeckt Quatsch mit der Soße viel besser als ohne. Und diejenigen, die immer noch damit nicht zu recht kommen, sollen unbedingt das Essen lernen. Es gibt jede Menge Kurse und Lehrgänge in verschiedenen Stufen um uns die richtigen Verhaltens beibringen, die zwar sehr wichtig sind aber wir vernachlässigen sie, weil wir nicht wissen, dass diese wichtigen Dingen so wichtig sind wie sie sind. Und weil die meisten Menschen nicht richtig und sachmäßig essen können und falsche Essgewohnheiten haben, oder die Philosophie des Essens ihnen unbekannt ist und vom Essen weniger erwarten als es zu bieten hat, oder weil die Menschen dem Essen nicht ausreichend Aufmerksamkeit zuwenden, und was weiß ich noch warum, geht jedes Jahr eine Menge nicht gegessenes oder halb gegessenes aber auch schlecht gegessenes Essen verloren, obwohl es zahlreiche Geschmackverstärker und auch natürliche und übernatürliche Gewürze gibt, die als Esshilfe eingesetzt werden können. Vondaher ist es erforderlich die Gesetze und die Prinzipien des Essens zu erlernen und am besten einen entsprechenden Kurs dafür zu besuchen.
Das mit dem Essen ist nur ein Beispiel zwischen vielen anderen Bedürfnissen, Aufgaben und Pflichten, die sehr wichtig und genauso banal sind. Eigentlich sind die sehr wichtige Dinge, sehr unwichtig, weil sie total banal scheinen. Und gerade diese Banalität überschattet die Wesentlichkeit und Bedeutung all deren, die sehr Signifikant und sehr Vital sind und lebenswichtig aber von Menschen läppisch behandelt und wie Restpost und Sonderangebot verkauft werden.
Mit dem Essen komme ich selbst so gut klar, damit habe ich kein Problem, das habe ich automatisch gelernt. Vielmehr brauche ich einen Kurs dagegen. Nicht ohne Grund und nicht nur von ungefähr gibt es heutzutage diese Vielfalt von Kursenangebote für und gegen irgendetwas. Es ist ein Erlebnis, einen Kurs zu besuchen, den die anderen noch nicht besucht haben. Es verschafft dem einen Vorsprung und dem anderen Arbeitsplatz.
Dass ich in Fach Essen zu gut bin ist nicht optimal. Es ist eher eine Schwäche, die beseitigt werden soll, dass heißt in diesem Fall einen Kurs dagegen zu besuchen.
Ich weiß seit langem, dass ich einen Lehrgang dagegen belegen soll. Es ist schon längst fällig.
Dass ich es noch nicht bewirkt und diese Pflicht noch nicht erfüllt habe, liegt wahrscheinlich daran, dass meine Motivation dafür noch unzulänglich ist, oder vielleicht habe ich dazu einfach keine Lust. Und gerade deswegen bieten die Experten geeignete Kurse um die Menschen zu motivieren und auf die Lust zu bringen. Anders formuliert, soll ich zuerst einen von diesen lustigen Kursen belegen und dann mit genuger Motivation weiter machen. Aber wer soll mich motivieren nach der Motivation zu suchen!


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Jedenfalls habe ich in der letzten Zeit die Motivation gehabt an einem von diesen genialen Kursen teilzunehmen. In diesem Kurs habe ich unter anderem „ das Hören „ gelernt.
Das hören ist der erste und wesentlichste Schritt in Richtung der Entwicklung,
Vernunft, Menschlichkeit und des Weltfriedens, sagt der Kursleiter Herr Professor. Dr.
Das hören ist ein unersetzliches Reichtum und je mehr der Mensch hören und lauschen kann, desto mehr bekommt er. Und ein guter Zuhörer weiß genau worum es geht. Aber die Zuhörer hören nicht richtig zu, weil sie es nicht gelernt haben, sie können einfach nicht richtig und effektiv zu hören. Somit gehen immer wieder Informationen verloren. So wird die Informationtransfer gestört, so können die Informationen die Empfängern, die diese unbedingt benötigen nicht erreichen. Und diese Informationmangel verursacht große Schäden und Verluste. Die Produktivität nimmt stark ab. Die Volkswirtschaft bleibt im Wettbewerb zurück und kann sich nicht so recht entfalten und gerät in Rezession, die Preise schießen nach oben und die Menschen verlieren ihre Arbeitsplätze … und ich verstehe nicht vieles davon, aber egal.
Vielleicht würde ich am Ende dieses Lehrgangs den Zusammenhang zwischen dem Zuhören und der Volkswirtschaft einigermassen begreifen, dachte ich am Anfang. Aber bis dahin soll ich nur den Herrn Professor Dr. genau zu hören und aufpassen um nichts zu verpassen. Man darf den Mut nicht verlieren, dachte ich weiter.


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Wenn ich heute nachdem der Kurs längst beendet ist, mit einem mehr mehrmonatigen Zeitabstand die Sache überblicke, muss ich gestehen, um ehrlich zu sein, dass ich nicht gut genug zu gehört habe und ich muss bedauerlicherweise feststellen, dass ich vieles verpasst habe dadurch, dass ich damals das Hören nicht ernst genommen und ihm nicht genug meine Aufmerksamkeit gewidmet habe, weil ich daran nicht geglaubt hatte und weil es so viel Zauberformel und Talismane gibt, die auch unerhörte Wunder vollbringen, woran ich genauso wenig glaube.
Ich habe nur so flüchtlich mitbekommen, wenn ich auf mich verzichten könnte, könnte ich dann z. B. die Umwelt vor allen Belastungen und Pollutionen schützen, oder der Amazone vom Ausrotten retten, sogar die ganzen Weltkonflikte zu Ende bringen und die Weltfrieden untermauern. Schade, dass ich nicht auf mich verzichten lernen habe. Sonst gäbe es jetzt keinen Krieg auf der Welt und keine Wirtschaftskrise und es gäbe keine Arbeitslose und keine Harz- IV Empfänger. Mann soll nur auf sich verzichten können. Man soll anders denken und anders reden. Vor allem muss man seine Sätze neu formulieren. Die Sätze dürfen kein „ ICH „ beinhalten. „ Die Sätze ohne ICH „
sind die fundamentalen Elemente der Natur, sagte Herr. Professor Dr.

Man soll nur ein paar Regeln lernen. Die Zunge soll sich nur so in den Mund drehen, dass sie kein „ ICH „ raus bringt. Dann würde Frieden und Freude herrschen. Die Weltfrieden liegt hinter unseren Zungen, und weiter hinter liegt die Klimaschutz und dahinter die Wälder von Amazone und ganz hinter liegt ein Paradies und diese alle warten nun darauf, dass wir auf uns verzichten und Verzichtvoll und Versöhnungvoll reden können.
Ehrlich gesagt ist es nicht so kompliziert. Es ist eine leichte Aufgabe. Es ist ein Regel, der ganz einfach ist und trotzdem unheimlich wichtig und für zwischenmenschlichen Beziehungen und Kommunikationen von zentraler Bedeutung. Und ich bin mir sicher, wenn ich diesen Regel beachten und mich daran halten könnte, nichts mehr bei mir schief gehen würde. Das wäre der Wendepunkt in meinem Leben, eine gründliche Revolution in meiner Seele und meinem Denken, eine Revolution ohne Gewalt, ohne Terror und ohne Verluste. So was gibt es tatsächlich und diese Revolution ist ernsthaft stattgefunden. z. B bei unserem Kursleiter Herr Prof. Dr.
Die Kunstgriff heißt „ ich Sätze“, und spendet Perfektion und Vollkommenheit und beseitigt alle menschliche und unmenschliche Mängeln. Damit kann man jede Streit vermeiden und jedes Bedrängnis meistern, sagte der Kursleiter Hr. Prof. Dr.
Dafür soll man die „ich Sätze“ vermeiden. Noch besser wäre es wenn man die Wörter „ICH und auch DU“ aus seiner Sprache ausradieren würde. Dann klappt alles wunderbar. Weil wenn es kein ICH und kein DU gib, wird es logischerweise keinen Krieg zwischen ICH und DU oder zwischen uns geben. Dann können ICH und DU friedlich zusammen leben und miteinander das große Glück erleben. Diese DU und ICH sind die Ursache aller Konflikte und Streitigkeiten. Sie sind an allem schuld, was heute in menschlichen Gemeinschaft schief läuft oder vorher schief gelaufen ist und auch künftig schief laufen wird. Diese verfluchte ICH und diese hinterhältige DU. Man braucht eigentlich eine Welt ohne dich und ohne mich, vielleicht auch ohne uns, so ungefähr. Es ist allerdings nicht so schlimm und übel, wie es am Anfang klingt. Man vermeidet sich oder sein Gegenüber in den Mittelpunkt zu setzen. Am besten lässt man den Mittelpunkt leer, damit er für immer sauber bleibt …, so meine Überlegung. Aber ich hatte den Kern der Sache noch nicht im Griff und ich versuchte noch mal das Thema zu analysieren. „ Also ich verzichte auf ich Sätze“. Dann habe ich zwangsläufig auf mich verzichtet und das führt dazu, dass auch du auf dich verzichtest. Dann haben wir praktisch auf uns verzichtet und nun gibt es keine Hürde mehr zwischen uns. Aber wir sollen aufpassen, dass wir durch diese Hürdenlosigkeit nicht gegen einander prallen und miteinander zusammen stoßen ….., und am Ende war ich genauso schlau wie am Anfang.
leider habe ich nicht gelernt auf mich zu verzichten und meine Sätze fehlerfrei zu formulieren. Deswegen flehe ich diejenigen, die es können und dazu fähig sind um es zu tun. Bitte verzichten Sie endlich auf sich! Die Welt braucht Frieden!


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Die Hälfte des Kurses war vorbei, es wurde immer schöner, der Hammer war aber noch unterwegs. Wir bekamen eine Kursleiterin für die nächste Hälfte. Sie war eine gewisse Frau Prof. Prof. Dr. Dr. sie sollte und wollte unsere Entwicklung vollenden und uns Vollkommenheit und Perfektion spenden. Sie kam und mit ihr auch der Hammer!
Wir waren noch besoffen und berauscht mit dem, was wir schon gehört und nicht verstanden hatten. Da sagte die Frau Prof. Prof. Dr. Dr.: „ es gibt nichts wichtigeres als Vergessen und die Fähigkeit absichtlich zu vergessen“. „ Wie Bitte“, fragten wir verblüfft. „ Ja“, dass ist die neuste Entdeckung der Gehirnforschung. Sagte sie stolz und fügte hinzu: Gerade eingetroffen, heute Vormittag.
Sofort aktivierte sich meine Vergessenfähigheit und wollte meine Hörfähigkeit verdrängen. Der Hammer schlug weiter: „ unser Kurzzeitgedächtnis verfügt nicht über viel Speicherplatz. Mann muss damit sparsam umgehen. Da die Aufnahmefähigkeit dieses Gedächtnisses begrenzt ist, soll man es ständig entleeren um für wichtigere Informationen platz zu schaffen. Deswegen muss man vergessen...
Cool bleiben und vergessen!

Die Vergessenforscher haben heute, vor der Mittagspause herausgefunden, dass die Fähigkeit vergessen zu können eine essenzielle Grundfunktion des menschlichen Gedächtnisses ist. Diese forscher haben bewiesen können, das die alten Menschen vor allem deshalb schlechter erinnern können, weil sie weniger gut vergessen.
Absichtlich vergessen zu können ist ein Talent und eine Begabung …, sagte die Kursleiterin Frau Prof. Prof. Dr. Dr.

Ich wollte was fragen. machte den Mund auf, konnte aber die Lippen nicht mehr bewegen. Mein Mund blieb auf. Ich war schockiert, wie von einem Blitz getroffen und ich dachte, mich gäbe es nicht mehr. Ich guckte " Cintia" neben mir an. Ihr sträubten sich die Haare und schossen in alle Richtungen. Es dünkte mich, dass sie vielleicht eine Wiederbelebung bräuchte. Sie sah ziemlich blass aus, aber sie atmete noch.
Ob sie gerade zu hörte oder versuchte alles zu vergessen, wusste ich nicht. Ihr Blick war verloren. Sie sagte nichts und war wortlos. Ihr Friseur war dahin und sagte alles!!


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Wie geheimnisvoll die Welt der Wissenschaft ist! Bis heute Vormittag war das Vergessen eine Schwäche, ein Mangel und ein Deffizit. Aber seit heute Vormittag, vor der Mittagspause der Forscher, gilt es als eine Stärke und eine Fähigkeit. Dem zufolge habe ich seit heute Vormittag eine Stärke gewonnen und ein Talent in mir entdeckt. Darauf ich mich freue und mit mir freuen sich bestimmt viele Schulkinder, die vieles gut vergessen können.


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Zu Hause versuchte ich abzuschalten. Lehnte mich ins Sofa zurück, zündete mir eine Zigarette an und nahm mein Buch in die Hand. Es war das Buch von R. Precht und passte zu meiner Lage: " Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?"

Sonntag, 28. September 2008

********* Die kleine Maus ******** Teil 2

Ich gebe dich nicht so einfach hin. Das steht schon mal fest. Ich habe mich entschieden dich noch bei mir zu behalten. Heute arbeite ich nicht. Heute gehöre ich dir und mir. Ich habe krank gemeldet. Ich bin eigentlich immer krank und trotzdem muss ich auf die Arbeit. Mein ganzes Leben ist eine Krankheit und keine will es glauben. Nur heute bin ich heil und munter. Heute bin ich anders als sonst. Und da ich mich heute wohl fühle, im Gegensatz zu allen Tagen an denen ich arbeite und mich nicht wohl fühle, kann ich mich als krank bezeichnen. Es ist eine einfache Logik, die Lehre von Aristotel und kommt aus alt griechischer Philosophie. Heute richte ich mich nach Aristotel und seiner Logik und bleibe bei dir. Ich fühle mich wohl, also bin ich krank. Und es ist kein Verbrechen wenn wir heute feiern. Das Recht auf Glück ist ein Menschenrecht. Heute bin ich glücklich aber kann nicht wissen wie lange dieses Glück bei mir bleibt. So darf ich keine Glücksmomente verpassen. Heute gehen wir zusammen in die Stadt, laufen die Strassen und Gassen herum. Heute stelle ich dir die Stadt und die Leute vor. Vielleicht können wir zusammen auch was neues entdecken. Wir unternehmen grossen Tour und Spaziergängen, verschwinden Zeit und machen nichts , das geliebte Nichts. Das ist das Sinnvollste, was man tun kann, Nichts.

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Es brüllt in der Stadt. In der Fussgängerzone herrscht ein wildes Getummel. Die Menschenscharen verwirren sich quer und kreuz in alle denkbaren Richtungen. Jede Bewegung wird von einer Gegenbewegung aufgehoben, sie gleichen sich aus und das Endergebnis ist ein Stillstand und eine Stagnation innerhalb einer wirren Hektik. Alle drängen sich durch und doch die Summe aller Anstrengungen ist Null. Es ist unnötiger Energieverbrauch. Keine kommt fort und keine geht zurück. Das System Fussgängerzone bleibt in sich geschlossen. Die falsch eingesetzte Energie bringt Reibung und Verlust hervor. Die ganze farbigen Ecken und Schaufenstern können diesen Verlust nicht wieder gut machen.

Da oben, über uns steht ein grosses Schild. Mit dem Aufschrift "Schildergasse". Es hilft uns zu wissen, wo wir sind. Man braucht Orientierung im Leben ,um sich behaupten zu können. Wenn der Mensch nicht weisst, wo er sich gerade befindet, dann ist er nirgendwo, aber man kann nicht da sein und zugleich nirgendwo und diese Widersprüche bringen mich außer Gleichgewicht. Aber wenn wir wissen wo wir sind, dann können wir wenigstens beneiden warum nicht woanders.
Und die Neid ist Motivation und sie ist wiederum eine Ursache für weiter Wirkungen.
Man muss es erstmal finden. Ich weiss jetzt, dass ich bei dir bin und ich sehe das unverkennbare Schild über meinem Köpf. Nun habe ich mich lokalisiert und mir kann nichts mehr passieren.

Es leuchten so viele Lichter und bunte Tafeln, dass meine Haut jedes Moment neue Farbe bekommt. Und ich muss mich zu Hause hundert man duschen bis ich so vielen Farben los bin,und die Luft ist mit so einem Rausch gegossen, der all meine Sinne sich von mir befreien. So laufe ich sinnlos glücklich durch diesen bunten Platz und mein Gesicht verschwindet in der Menge. Ich fasse dich in meiner Tasche an und weiss, dass ich immer noch da bin.

Ich habe so einen abenteuerlichen Lust ,einen von diesen Passanten auf einmal im Schoss zu nehmen und kräftig zu küssen, damit er weisst, dass ich weiss, woran wir gerade denken.
Und ich würde gerne die ganze Luft mit einem langen Zug einzuatmen und nie wieder raus zugeben, damit alle meine unerwünschten Bestandteile mich verlassen. Dann stehe ich rein, sauber, unschuldig und heilig auf diesem Platz und segne alle Menschen und zeige ihnen wo es hin geht und warum und wieso und wozu. Und die Passanten sammeln sich um mich herum und hören begeistert die Wahrheiten zu, die ich ihnen mitteile und die ganze Geheimnisse von Himmel und Hölle und Finanzamt und Ordnungsamt. Aber wie kann man von Wahrheit reden ohne dabei zu lügen. Die Lüge selbst ist eine Wahrheit und die Wahrheit ist nichts anders als eine grosse Lüge.


Hier fängt die Stadt an und dehnt sich in alle Richtungen aus. Hinter diesem Platz ist ein anderer Platz und danach eine Strasse und hinter jeder Strasse noch eine Strasse mit Häusern, Gebäuden und Plätzen. Die Stadt kommt nicht zu Ende. Auf diesem weiten Platz vor uns kämpfen die Menschen gegen Buslinien. Die Büsse und Strassenbahnen fliehen davon aber kommen nicht weiter. Sie werden wieder aufgehalten und hingetreten ,aber aus Liebe und nicht aus Hass. Aber ich geniesse es, wenn die Lichter und farbige Werbungen mich umarmen. Ich mache meine Tasche auf und werfe einen Blick auf dich zu und ich weiss, dass ich noch da bin.
Hier ist eine Weltstadt, gross, geräumig, bunt und gemischt. Trotzdem kannst du dich zurecht finden, weil sie nett ist und grosszügig und du gehst nicht verloren weil du eine Maus bist. Hier bekommt jeder einen Namen und einen Platz. Hier bist du zu Hause,in meiner Tasche. Jeder ist hier willkommen. Maus oder Mensch, macht keinen Unterschied. Wir sind alle Tiere und genauso seid ihr alle Menschen. Für alle gibt es genug Platz. Nur machen wir Menschen es uns im Leben schwer. Wir haben Angst vor uns selbst. Wir haben Angst vor freiem Leben und wir kommen miteinander nicht zu recht. Deswegen haben wir für alles Gesetze. Die Gesetze helfen uns unsere Dummheiten besser zu ertragen und wir glauben ,durch die Gesetze für alles eine Erklärung finden zu können und eine Antwort nach Warum. Jedes Gesetz ist eine Kette und ein Verbot aber sie entlasten uns und verhindern, dass wir durchdrehen.
Eigentlich sind die Gesetze da um gebrochen zu werden. Nichts macht im menschlichen Leben mehr Spass als die Gesetze zu brechen und nichts bringt mehr,als sie umzugehen. Man muss sie ausweichen. Es sind viel, viel zu viel und keine kann sich an so viele Regeln und Vorschriften halten. Ein Leben reicht dazu nicht aus. Jedes Gesetz ist eine Einschränkung, eine Entbehrung und eine Ohrfeige und wenn du das alles hinnimmst, bleibt dir irgendwann die Luft raus,und wenn du erwischt wirst, brauchst du sowieso keine Luft mehr. So oder so bist du als Mensch immer ein Opfer.

Sei froh, dass du kein Mensch bist. Dir sind die ganze Ärger und Verdruss, die uns jeden Tag einengen erspart geblieben. Weisst du,als Maus kann man furchtbar günstig und tierisch bequem leben.
"Der Mensch ist das Tier, das hinter Türen scheisst" ,hat jemand gesagt.
Ich weiss nicht wer aber ich stimme es zu. Siehst du schon beim Scheissen quälen wir uns mit dem Gesetz der geschlossenen Türen. Zwar sieht keine wenn wir hinter Türen sitzen, aber alle wissen was wir dahinter bauen. So entschuldigen wir uns mit diesem Gesetz.
Also müssen die Türe immer geschlossen bleiben, damit nichts Schlimmes raus kommt. Es würde mich aber nicht stören wenn bei mir die Türe mal offen bleiben,und ich weiss, dass es den anderen auch nicht schadet. Die grossen Scheissen werden hinter größen Türen gemacht.

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Es gibt Städte, die zwar schön sind wie hier, aber sie wären bestimmt viel schöner ohne ihre Einwohner. Hier ist aber anders. Im Gegenteil, wäre diese Stadt ohne ihre sympathischen Menschen nicht so wunderschön wie sie ist. Hier in meiner Stadt riechen die Menschen nach Rhein, nach Dom, nach Karneval und Aschermittwoch. Nach Frieden und Freude, nach Alles, was schön ist, rein ist, echt ist und das Herz begehrt. Hier hat das Leben einen Inhalt.

Der Bäcker an der Strassenecke freut sich, wenn er dich jeden Morgen auf dem Weg zu Arbeit sieht und Melatengürtel und Sülzgürtel freuen sich ebenso und die Bäume auf der Strassenrand warten die ganze Nacht darauf, dass sie am frühen Morgen, wo du dich zur Strassenbahn eilst, dir einen schönen Tag zu wünschen und das wünschen dir auch die Jungs aus Nachbarschaft und nicht Nachbarschaft und haben immer Zeit für dich und bieten dir gute Angebote und Sonderangebote an.

Und ich kenne eine Stadt, da sehen die Menschen wie Kreditkarte aus und riechen nach Kurhaus und Kasino. Aber du muss diese Menschen bezahlen damit sie dich zurück grüßen und ich denke bei mir dort, wo das Konto voll ist bleibt das Leben Leer.
Und sie bestehen darauf, dass Gutenberg ein Sohn ihrer Stadt wäre, der später von der feindlichen Nachbarstadt entführt würde und sie sind der festen Überzeugung, dass der Nullmeridian eigentlich durch Wilhelmstrasse gezogen werden sollte, aber die Engländer haben ihre Daten verfälscht und ihn nach Greenwich verlegt und das die Weltschöpfung hier anfing und deswegen gibt es so viele Therme mit erstaunlicher Heilungswirkung in ihrer Stadt und sie glauben nicht an die Keplerschen Gesetze und haben ihr eigenes Weltmodell. Sie sehen sich als das Mittelpunkt der Welt und glauben, dass sich das ganze Universum um diese Wilhelmstraße herum dreht.

Und Adolf von Nassau hat sie alle heilig gesprochen und sie alle haben offiziellen Auftrag von Kaiser Wilhelm, ihre Adelgesellschaft bis zum Jungsten Gericht zu bewahren und vor fremden Einflüssen zu schützen ... so viel Ehre.

Ich bekomme solche Angst von soviel Ehre und ich denke alle Atome werden unter so hohem Druck zerquetscht und die Elektronen verlassen ihre Bahnen, rebellieren gegen fundamentale Kräfte und werden von Protonen aufgefressen. Und was übrig bleibt ist ein „ Neutronenmensch ". Ja, das ist es, diese sind "Neutronenmenschen" .

Ich will jedoch nicht an solche Gedanken haften. Ich will sie alle aus meinem Kopf ausstreichen. Aber mein Kopf ist gegen mich, widersetzt sich und lässt mir keine Ruhe ,mit seiner Wehmut und seinen Urteilen ,und ich muss dauernd gegen ihn kämpfen. Ja, so ist es meine Liebe, ich gegen mich.
Und ich frage mich, wozu brauchen wir überhaupt unsere Köpfe, wenn sie nicht funktionieren und ständig falsche Signale setzen und ich finde es einen Fehler der Evolution, mit so einem runden unheimlichen Oberteil gestaltet zu sein, der immer daneben denkt und den Frieden stört. Es ist eine Last für unseren Körper und ein nutzloser Oberteil, der alles in sich hinein frisst und da immer die anderen für uns und über entscheiden, haben wir keine Chance diesen Oberteil sinnvoll einzusetzen. Es scheint etwas Überflüssiges zu sein und die Köpfe, die die wichtigen Entscheidungen treffen, sind leider kopflos.
Diese sind falsche Köpfe, mit den falschen Munden, falschen Augen, falschen Nasen und falschen Ohren. Und ich meine ohne Kopf wäre ich ein bisschen leichter, und kürzer und hätte weniger Sorgen und mehr Zeit für mich. Ein Kopf, der immer anders sagt als mein Herz ist nicht meine Sache und ich kann leicht darauf verzichten. Ein ganz kleiner Kopf wie der deine würde mir völlig ausreichen. Ich kann ohne Kopf auch irgendwie weiter kommen. Es geht immer alles irgendwie weiter. Und ich kenne keinen Köpf, der am richtigen Platz Sitz und richtig handelt, so was gibt es bei uns nicht. Man sieht nur falsche Köpfe. Und ein falscher Köpf ist nichts weniger als ein grosses Unheil. Ein falscher Köpf ist Katastrophe, aber Köpflosigkeit ist halb so schlimm. Und ich will nicht daran denken, dass ich dich morgen ins Labor zurück bringen soll.


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Hier auf der rechten Seite liegt ein Stand. Oben darauf, auf einem weissen Plakat steht „Die Linke“. Sie befinden sich auf Vormarsch und machen sich warm um das ganze Land zu erobern. Sie bringen frische Luft und neuen Wind und spenden neue Hoffnung. Ich wünsche, ich könnte sie glauben. Ich wünsche ich könnte dazu beitragen. Aber ich habe Angst. Ich habe Angst vor Mauer, vor Stachel und Check-Point Charlie.
Ich fürchte Ulbricht, Honecker, Stasi und Sicherheitsorgane. Und ich habe keine Lust das ganze Leben zu kuschen und zu heucheln und immer eingesperrt zu sein und am Ende beim Fluchtversuch erschossen zu werden. Und ich kann keinen 17.Juni und keine Panzer und Uniformen mehr aushalten. Ich muss jedes mal weinen, wenn ich an unzählige Opfer des ersten deutschen Arbeiter- und Bauerstaates denke und an ihre Leiden und Schmerzen. Und sobald ich einen Hammer sehe empfinde ich einen heftigen Schlag am Kopf und jede Sichel schneidet mir die Kehle durch.

Und einige von ihnen behaupten, dass 20 Millionen sich in DDR wohl fühlten und glücklich waren und nur wenigen unzufrieden waren und gegen die Gesetze verstiessen und die Frau von dem Check- Point Charlie selber schuld war. Da bekomme ich solche Wucht und verliere die Kontrolle über mich und bin nah dabei zu explodieren. Und ich wünsche ich könnte sie hinter allen Mauern der Welt einsperren, damit niemand mehr einer Mutter ihre Kinder weg nimmt.
Ich wundere mich über die grenzenlose Frechheit. Manchmal tut es unheimlich weh zu den Menschen gehören zu müssen. Es gibt Momente, in denen ich wünsche, ich könnte die Geschichte aus dem Gedächtnis der Welt ausradieren und es drängt mich, so lange den Kopf gegen den wand zu schlagen bis alle Wände zerfallen und die Geschichte unter den Trümmer begraben wird. Diese Momente häufen sich ständig und ständig und sind auf Vormarsch.
Und ich würde mich lieber einmal aufhängen und sterben als in einer Volksrepublik jeden Tag hundert Mal den Todesschrecken erleben zu müssen.
Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.


Wir laufen weiter durch den Platz und bald begegnen wir einem anderen Stand, der sich in Weiss und Grün auszeichnet. Du brauchst gar nicht hinzu sehen, mach ruhig die Augen zu. Diese spielen nur tragische Komödien. Sie spielen lustig und machen uns traurig. Man darf sie nicht ernst nehmen aber man darf darüber staunen, wie diese in die Luft schweben und das Boden der Tatsache unter ihren Fussen verlieren. Sie haben immer genialen Thesen zur Rettung der Welt und besitzen Wunderheilmitteln, jedoch leiden selbst unter einer chronischen Krankheit und sie leben in einer Welt, die Lichtjahren von unserer entfernt ist. Und sie haben keine andere Sorge als jeden Tag irgendetwas zu verbieten und uns zu ärgern. Bei denen geht es nicht um die wahre Welt. Von der Sachlichkeit und Machbarkeit haben sie schon lange Abschied genommen. Sie zeichnen sich durch eine bizarre Zwanglosigkeit aus, halten fest an ihren Utopien und entfremden sich der Realität. Von denen ist nichts viel übrig geblieben. Sie sind tot. Sie sind an dem Tag gestorben, an dem sie die Bundeswehreinsätze zustimmten. Sie sind die Don Quichote unserer Zeit und kämpfen weiter gegen die Windmühle.

Diese sollen gerade unsere Hoffnungsträger sein. Ein andere ehemaliger Hoffnungsträger ist zur Zeit selber hoffnungslos und hat eine so grosse Verwandlung unterzogen, dass er noch kaum zu erkennen ist. Er würde geboren um die schwachen zu schützen und sie in der Kampf für eine bessere Welt beizustehen. Sie reden ständig von Gerechtigkeit und Solidarität und Freiheit und man weisst nicht, was sie damit meinen. Und diese sind unsere Hoffnungsträger. Bei anderen habe ich längst die Hoffnung aufgegeben. Unsere Parteien sind in der Zeit hingeblieben und uns bleibt nicht viel Zeit übrig .Und ich muss immer wieder daran denken, dass ich dich morgen abgeben soll.


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Es ist nun spät in der Nacht. Ich sitze in meiner Wohnung und die Abschiedsworte störmen in meinen Kopf. Ich nehme mein Tagebuch in die Hand und dokumentiere die letzte drei Tage, die aber meine erste drei Tage waren. Ich schreibe das Geschehen dieser Vergangenheit aus einem Gedächtnis auf und treibe die Zukunft aus meiner Vorstellung aus. Eine hartnäckige Gewissheit hebt sich vor meine Augen auf: „ morgen bist du nicht mehr da“, und mir wird ganz elend zumute. Morgen sieht mein Zimmer wie dieser Stadtpark hinter meinem Fenster, im Herbst mit Regen und Nebel, und in ihm stehen die Bäume, barfuß und nackt, trostlos und verlassen. Ich spüre die Tränen in den Augen. Ich will nicht weinen aber ich habe mir schon die Lippe blutig gebissen und auf einmal heulen alle Bäume los. In einer Art Panik blicke ich dich zu, aber dein Bild flimmert und ich verliere dich und kann nichts mehr. Ich friere vor Angst.
Ich schliesse die Augen und schenke mir warme Träume. Mit dir auf dem Dom-Platz und den fröhlichen, freundlichen Menschen um uns herum, und die Tauben fliegen in Luft und singen für uns und setzen sich wieder auf den Boden vor unsere Füsse und haben keine Angst vor nix und niemandem und ich habe keine Angst vor der Zeit, die schneller fliegt als die Tauben und nie wieder zurück kommt. Aber diese Tauben kommen immer zurück, auch wenn sie weit weg fliegen, und eines Tages werde ich mit diesen Tauben auf diesem Dom-Platz tanzen.

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Montag, 25. August 2008

***** Die kleine Maus ****** Teil 1

Es sind immer die Augen, die als erstes funkeln und den Stein ins Rollen bringen. Und ich habe eine Schwäche gegenüber den Augen, die groß sind und Hell, die frech angucken und mich einladen. Deine waren aber klein, trotzdem habe ich mich verloren, weil dein Blick groß war und etwas Geheimnisvolles in sich hatte. Etwas imponierte mich und sagte, dass du was Besonderes warst. Ich wusste nicht in wie fern aber du hast mich seltsam angeschaut, mit deinen Augen, die eigentlich nicht mehr sehen können aber scharf und feindlich waren. Du hast mich angeschaut mit einer Liebe, die man nur von einem Feind erwarten kann und gerade das hat mich verzaubert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man die Güte nicht von Freunden, sondern von Feinden bekommen kann. Es sind meistens diese bittere Feindseligkeit und der unbegründete Hass, die oft zu festen Freundschaften führen und herzliche Zuneigungen erzeugen. Begründete Liebe haben fast immer ein trauriges Ende und können viel Unheil hervorbringen. Ich habe in Dir ein einzigartiges Wesen gesehen. Aus unsinniger Vermutung vielleicht, oder törichter Hoffnung. Und vielleicht einfach so, ohne Grund, ohne Anlass, einfach so, weil es mir Spaß macht unvernünftig zu sein, mich außerhalb der Rahmen zu bewegen und Dummheiten zu treiben. Ich finde es aber keine Dummheit. Du bist eine anständige Maus, ohne Namen und ohne Ausweis und ich bin eine anonyme Laborantin,die jeden Tag zwischen 80 Millionen verloren geht und am Ende in diesem Labor landet, das mein Arbeitsplatz ist. Ich führe ein Leben das gar nicht mein Leben ist. Ich wohne in einer Wohnung, die meinem Vermieter gehört. Ich fahre ein Auto auf Raten. Ich habe einen Freund, der einer anderen gehört und ich lebe in einer Stadt, die ich liebe, die aber mich nicht liebt. Wir passen gut zusammen. Wir sind zwei Verlorene, die in ihrer Verlorenheit zu einander finden.


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Du warst im Stall. Da habe ich dich zum ersten Mal gesehen. Der Stall gehört zu unserem Institut und liegt eine Etage tiefer als mein Arbeitsplatz. Und mein Arbeitsplatz war Dein Schlachthof. Ich sollte dich abholen und für weitere Experimenten vorbereiten. Ich habe Dich zuerst mit einer Spritze getötet, aber ganz vorsichtig und nett. Bist Du nun böse auf mich? Weißt du meine Liebe, Töten oder auch Morden hat viel Namen und viele Gesichter. Irgendwo wird im Namen der Demokratie getötet. In einem fernen Land toten und sterben unsere Soldaten um unsere Grenze zu verteidigen. Was ich dir und Deinem Leben angetan habe heißt Forschung, heißt Arbeit und ich musste das tun. Ich bin verpflichtet meine Arbeit so zu erledigen, wie es von mir verlangt wird. Wie Du dabei empfindest ist Wurst, Es ist eine allgemein gültige Regel. Millionen von Menschen tun Sachen, deren Sinn sie überhaupt nicht verstehen. Oder finden es nur am Anfang schwachsinnig und später gewöhnen sie sich daran. Frag mich bitte nicht warum. Du bist kein Mensch und Du kannst solche Dinge nicht verstehen. Die Menschen sind komplizierter als die Mäuse. Du bist eben nur eine Maus. Du brauchst die Menschen nicht zu begreifen. Du darfst nicht und du muss es nicht. Ehrlich gesagt, können die Menschen sich selbst nicht verstehen.
Aber sei nicht traurig! Was willst Du von Deinem Leben als Maus? Hätte ich dich nicht verarbeitet, wärst du jetzt bestimmt im Maul einer Katze. So oder so kommt eins raus. Bei mir heißt es wissenschaftliche Arbeit und nicht Fressen oder Jagen oder Töten. Ich werde dafür sogar bezahlt, in dem ich am Monatsende meinen Lohn bekomme. Obwohl nur armselig und dürftig, aber die Bezahlung reicht gerade aus um zu überleben und meine Arbeit fortzusetzen, an Dir und Deinesgleichen.
Du kannst stolz auf dich sein meine kleine tote Maus. Du hast der Menschheit einen großen Gefallen getan, in dem du dich opfern lässt, und wir Menschen an deinem Körper herum schmusen und neue Kenntnisse erwerben können. Diese Kenntnisse sind wertvoll. Wir brauchen immer neue Daten, jedoch nur für Menschen und nicht für die Mäuse, an denen wir experimentieren. Es klingt komisch, aber wie soll ich Dir erklären. Es gibt nichts auf unserer Welt, was nicht komisch ist und damit muss man leben. Wir experimentieren mit Euch, weil die Menschen noch nicht reif sind sich freiwillig für solche anzumelden. Sie wissen nicht wie wichtig die neuen Auskünfte und Informationen für ihre Zukunft sind. Unsere Arbeit wird nicht hoch genug bewertet, sie wird unter schätzt, sonst hätte ich erheblich mehr verdient und ein anständiges Leben gehabt.
Du muss zufrieden sein mit Deinem kurzen Leben. Bestimmt wirst du es in deinem nächsten Leben besser haben. Seitdem ich dich verarbeitet habe bzw. Du dich geopfert hast für die Menschheit, gehörst du zu einen kleinen Kreis von ausgewähltem und ausgezeichneten Wesen an, die in einer anderen Welt zu höchstem Grad erhoben werden und ein überaus prächtiges Leben genießen werden. Du kannst dich schon darauf freuen und ich beneide dich maßlos. Du gehörst nunmehr zu jenem heiligen Kreis, zu dem auch Jesus gehört. Weißt Du, er war auch einer wie Du. Er hat auch sein Leben geopfert um den Menschen was Gutes zu tun, um die Menschen zu retten oder so. Er war reif genug. Oder er war wahnsinnig genug sich freiwillig zu opfern. Obwohl ich mir nicht so sicher bin, ob er es freiwillig getan hat oder es nicht sein Pflicht und seine Aufgabe war freiwillig zu sterben. Vielleicht war er gezwungen wegen seines Lebensunterhalts, dies zu tun. Auf jeden Fall hatte er den Befehl dazu von seinem Vater bekommen. Ob er gegen die Autorität seines Vaters was zu sagen hatte, kann keine wissen. Weißt du, mein eigener Vater war auch so eine Autoritätfigur und hat ständig Befehle erteilt die ich nicht gehört habe. Ich habe auf seine Autorität gepfiffen und ihn verlassen. Mein Vater war fast so grausam, wie der von Jesus. Ich war jedoch nicht gut genug den Befehlen Folge zu leisten.

Ich war nicht Maus genug!!


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Habe ich dir erzählt, dass ich eine Weile Maus gewesen bin? Tatsächlich bin ich es gewesen. Jedenfalls für den Jungen, mit dem ich ein paar Jahre zusammen war. Ja. Er hat
mich immer meine kleine Maus genannt. Er war furchtbar romantisch und äußerst langweilig. Ob er in mir ein Versuchobjekt gesehen hatte, kann ich nur zum Teil stimmen, glaube ich. Vielmehr wollte er mir seine Zärtlichkeit und seine Liebe zeigen. Ich glaube, ich war seine erste Liebe und er hat mich sehr in Anspruch genommen. Von Liebe kannte er nichts anders. Idiot!!
Dich mag ich aber wahrhaftig. Ich habe keine Geheimnisse von dir. Ich bin ehrlich zu dir und erzähle dir alles, was an meinem Herzen liegt. Obschon ich dich verarbeitet habe, aber das ist was anderes und dafür gibt es gute Gründe. Ich habe keine Zeit gehabt und kein Chance dich vorher kennen zulernen. Erst nach Deinem Tod habe ich dich entdeckt. Und gerade das ist ein Beweis, dass du eine gute Maus bist, eine besonders liebenswerte. Sowie es bei Menschen üblich ist. Die guten Menschen werden auch wie Du erst nach ihrem Tod entdeckt, geehrt und geschätzt. Siehst du kleine!, das Leben ist eine Mauer, ein Hindernis das uns voneinander trennt. Das Leben hält uns im Abstand zueinander. Aber der Tod, der Tod ist freier Zugang, ist Nähe und Verständnis. Unsere Gehirne funktionieren erst nach dem Tod. Genauso, wie unsere Augen nach dem Tod besser sehen. Ich sehe Dich jetzt besser und fühle dich näher und unmittelbar weil du nun in einem kleinen Becher in meiner Tasche liegst und mich überall begleitest.


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Hast du von der Sporthochschule gehört? Es gibt nur eine, und das sind wir. Kennst du die molekulare und zelluläre Sportmedizin? Das sind auch wir. In so einem Institut arbeite ich, so einen großen Namen tragen wir. Und ohne euch wären wir namenlos. Ja, da arbeite ich, und jede Menge Mediziner.
Weißt du, die Ärzte und die Mediziner sind Fachleute die ihr Handwerk gar nicht kennen. Weil keiner weiß wie ein Mensch funktioniert. Sie experimentieren nur an Patienten. Wenn die Behandlung nicht erfolgreich läuft soll der Patient noch mal zum Arzt. Es gibt keine Garantie in der Medizin. Aber wenn ich mein Auto in die Werkstatt bringe, bekomme ich ein Jahr Garantie für alles, was an meinem Auto durchgeführt wird. Und wenn mein behandelter Zahn nach ein paar Tagen wieder schmerzt oder kaputtgeht, gibt es darauf gar keine Garantie. Ich denke wenn man klug ist heut zu Tage, dann muss man Medizin studieren und keine Technik. Dann kann man mit einigen fremden, unerhörten Wörtern dem Patient vormachen, dass seine Krankheit ein komplizierter und unerforschter Fall wäre, und daher soll er sich keine große Hoffnung machen, so einfach geheilt zu werden. Und der Patient wird sich dann freuen, dass er überhaupt noch lebt. So sind wir alle die mit Medizin zu tun haben. Und du bist jetzt tot, weil du in einen Stall gelandet bist, der zum Schlachthof gehört, unserem Labor.


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Ich habe dich mitgenommen, in einem Becher, gefüllt mit einer Flüssigkeit, einer 0,1 Molare PBS. Du hast mir Freude bereitet. Mit Deiner Gegenwart, mit Deinem Verständnis und damit, dass du mich so annimmst, wie ich bin, ohne mir Vorwürfe zu machen wegen meiner Einseitigkeit, meiner falschen Wörter, meiner dummen Einfälle, meiner schlechte Laune und wegen hundert anderen Tadeln, die meine Mitmenschen so leicht an mir entdecken. Und du hast mich beglückt mit Deiner Geduld und mit deiner Nachsichtigkeit, die einen ewigen Frieden spendet und ein dauerhaftes Glück.

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Wir sind vier MTAs Mitarbeiterinnen in unserem Institut. Weißt du was eine MTA ist? Ich weiß es nicht genau. Wir sind etwas wie Eures Schicksal. Wir sind da um euch auseinander zu nehmen und zu studieren, weil ihr die voll kommenden Kreaturen seid, weil ihr klein seid und handlich und bei euch alles stimmt, alles was bei uns Menschen nicht stimmt. Wir sind da um euch besser kennen zu lernen und Durch euch uns selbst zu helfen. Und doch wissen wir zu wenig über euch und noch weniger über uns selbst. Ich glaube aber du bist anders und kannst mir vieles beibringen, wenigstens über meine Kolleginnen im Labor.


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Neben mir arbeitet ein Mädchen, das furchtbar nett ist, so nett, dass sie in menschlicher Gemeinschaft gar nicht passt. Daher hat sie schon längst die Welt der Mitmenschen verlassen und hat sich in die Welt der Mithunde eingewöhnt. Sie besitzt zwei Hunde und diese beiden bilden ihr ganzes Leben. Vom Morgens bis Abends erzählt sie vielerlei Blödsinn über die Tiere an deren Spitze die Hunde sitzen. Sie hat neulich herausgefunden, dass Hunde eigentlich die echte Menschen sind, die von einer anderen Gruppe der hinterlistigen Menschen in ihrer Entwicklung gehindert worden sind. Das alles sieht sie in der vornehmlichen Tugend ihrer Hunde. Und sie ist sich sicher, dass alle guten Menschen nichts anders sind als die Nachfolger der Hunde. Und Menschen sind die fehlentwickelten Tiere, die ihren hundigen Ursprung völlig verloren haben. Sie hat keinen Zweifel daran, dass am Ende die Güte das Böse besiegt. Dann befreien sich die Hunde aus der Herrschaft der Menschen und vollenden ihre verzögerte Evolution. Sie vertreiben danach die Menschen aus ihrer bevorzugten Position. Breiten ihre Herrschaft aus und kontrollieren die ganze Welt. Und ich habe ihr einmal gesagt, dass Hunde sich nicht soviel Mühe machen müssen, mit Evolution, Entwicklung und so weiter. Schon jetzt kontrollieren sie unsere Welt. Muss man unbedingt einen Schwanz haben um ein Hund sein zu können?
Und sie kann keine Männer leiden, deren Liebe zu Hunden nicht größer ist als ihre Liebe zu Frauen. So hat sie mit ihrem Ex Schluss gemacht. Als er einmal auf die Hunde neidig war, sich beschwerte, dass die Haustiere mehr Aufmerksamkeit bekommen als er. Seitdem macht sie, bevor sie in einer Beziehung eingeht, einen wissenschaftlichen Versuch um den eventuellen Partner und seine Hundefreue zu testen. Leider hat bis jetzt keine diesen Test bestanden. Sie gibt aber nicht nach. Bleibt hartnäckig und will den Test auf keinen Fall erleichtern. Und sie hat schon in ihrem Testament vermerken lassen, dass ihr Körper nach dem Tod zum Hundefutter verarbeitet werden kann.
Guten Appetit liebe Hunde!!


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Und da arbeitet bei uns auch ein bizarrer Typ. Ein Mädchen aus einem fremden Land, das ich nicht kenne. Aus einem fernen Land, irgendwo am Arsch der Welt, wo die Mädchen in der Regeln nicht reden dürfen, und sie redet viel. Sie kommt aus einem Land, wo die Mädchen sich einpacken und verhüllen sollen. Damit sie immer unsichtbar bleiben. Sie ist aber nicht unsichtbar, aber dafür undurchschaubar. Und sie hat mehr Glück als Verstand. Sie lebt hier im Rheinland, spricht aber irgendwie hessisch, mit einem unhessischen Akzent. Weil sie oft nach Wiesbaden fährt und ihr Glück dort versucht. Natürlich hat so eine hier keine Chance. Und sie kennt sich mit der Politik gut aus und besitzt Schauspielkunst, aber alles im negativen Sinn. Sie ist gar nicht hübsch, wirkt aber verführerisch. Und weiß die Weiblichkeit gut einzusetzen. Sie bildet sich ein besser zu sein als alle anderen, nimmt meine Verbesserungsvorschläge nicht an, glaubet zu viel an sich selbst und lässt sich nichts sagen. Sie setzt sich beim Chef in Gunst, schmeichelt ihm und biedert sich bei ihm an. Um sich durchzusetzen ist ihr jedes Mittel heilig. So eine ist sie. Ich kann sie nicht leiden.


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Du bist seit zwei Tagen bei mir. Zwei schöne Tage des friedlichen Zusammenlebens, mit Ruhe und Freude. Du hast mir Gesellschaft geleistet und ich habe Dir mein Leben erzählt. Nichts ist zwischen uns schief gelaufen weil du dich sehr brav verhalten hast. Du bist echt vernünftig und du hast viel Mitgefühl gezeigt auch wenn ich mal Unsinn gebabbelt habe. Und Du hast nichts von mir verlangt, nicht Mal was Unanständiges!
Wären die Männer halb so vernünftig wie du, wäre die Welt halb so schlimm!
Morgen muss ich dich ins Institut zurück bringen. Damit trennen wir uns endgültig voneinander. Du wirst weiter einen sinnvollen Weg gehen und ich bleibe immer noch eine MTA in einem kleinen Gebäude mit einem großen Namen. Ich muss mich wieder über manche Kollegen ärgern, muss wieder hoffen, dass mein Chef gute Laue hat und bin mir nicht sicher, ob mein Arbeitsvertrag noch ein Jahr verlängert wird.
Bei mir steht alles noch offen. Ich habe kein festes Fundament und muss mich weiter Tag für Tag durch das Leben schleppen. Schade, dass ich Dich nie wieder sehen werde. Ich denke es wird mir schwer fallen dich abzugeben. Ich glaube, ich habe mich in Dich verliebt und ich schäme mich nicht es Dir zu gestehen, weil du tot bist und mich nicht mehr hören kannst. Ich hätte dich gerne in die Stadt gebracht und Dir die schöne Ecken gezeigt. Ich wäre mit dir den Rhein entlang spazieren gegangen und hätte Dir gerne den prächtigen Dom vorgestellt. Die Stadt hat mehr zu bieten als ein kleines Gebäude das aus einem Mäusestall und ein paar Laborräumen besteht.
Ich muss dich trotzdem abgeben und ich brauche viel Kraft um nicht zu weinen. Ich behalte dich aber in meiner Erinnerung und ich werde noch lange an dich denken. In der Erinnerung an all diejenigen an die sich niemand mehr erinnert.

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